Lena Schöneborn
Lena Schöneborn hat das Ziel ihrer bisherigen Träume endlich erreicht: Mit ihrem vierten Platz bei den Fünfkampf-Europameisterschaften im lettischen Riga hat sie sich ihr lang ersehntes Olympia-Ticket gesichert und darf in Peking mit an den Start gehen. In der Geschichte des modernen Fünfkampf ist sie damit die erste deutsche Frau, der die Qualifikation an den Olympischen Spielen geglückt ist.
Dabei hätte die gebürtige Troisdorferin zu gerne schon in Athen 2004 olympische Luft geschnuppert. In der Qualifikationsphase aber machten hin und wieder die Nerven nicht mit - und die spielen beim Fünfkampf eine wichtige Rolle. Der moderne Fünfkampf setzt sich aus den Sportarten Laufen, Reiten, Fechten, Schießen und Schwimmen zusammen. Während beim Laufen und Schwimmen vor allem Kondition und Kraft gefragt sind, verlangen das Schießen, Reiten und Fechten ein hohes Maß an Konzentration und innerer Ruhe. An letzterer haperte es bei der 21-jährigen im Vorfeld der Olympischen Spiele in Athen gelegentlich, wie sie selbst in einem Interview gestand. Beim Schießen mit der Luftpistole genügt ein leichtes Zittern der Finger, um die Kugel am Ziel vorbei schlingern zu lassen. Doch die Business-Studentin, die sich nach ihrer Schwimmerkarriere im Jahre 2001 im SSF Bonn dem Fünfkampf verschrieb, ist auch für ihren Ehrgeiz und ihre eiserne Disziplin bekannt. Obwohl ihr Traum von den Olympischen Spielen vor vier Jahren noch nicht erfüllt worden konnte, ließ sie sich nicht erschüttern und kämpfte sich mit hartem Training weiter nach vorne. Das Ziel: Peking und die Olympiade 2008.
Im Jahre 2006 durfte Lena Schöneborn erstmals bei der Weltmeisterschaft der Erwachsenen in Guatemala teilnehmen, schaffte es dabei zunächst unter die besten 32 Fünfkämpferinnen und erreichte im Finale einen passablen 20. Platz. Bei den Juniorinnen stand sie 2005 allerdings schon auf dem WM-Siegertreppchen, und auch die jüngsten Ergebnisse lassen auf ein gutes Abschneiden bei der Olympiade in Peking hoffen: Bei den den die Olypmpia-Qualifizierung entscheidenden Weltcups landete die Sportlerin drei Mal auf einem sechsten Platz. Wie der olympische Fünfkampf für Lena Schöneborn ausgehen wird, liegt aber nicht alleine in ihrer Hand. Beim Fünfkampf wird den Sportlern ein Pferd zugelost; sie können also im Vorfeld nicht auf einem bestimmten Pferd trainieren. Auch das Laufen, das nicht auf einer ebenen Strecke stattfindet, sondern querfeldein und nicht selten über holprigen Untergrund führt, ist nicht zu 100 Prozent berechenbar. Doch gerade diese Tücken und Herausforderungen des Fünfkampfs begeistern die ehrgeizige Athletin und spornen sie zu neuen Höchstleistungen an. Deshalb wird sie sich auf ihrem erfüllten Traum, der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking, nicht ausruhen. Lena Schöneborn wird kämpfen – und sich vielleicht einen guten Platz unter den ersten zehn Fünfkämpferinnen sichern.



