Turnen

Kunst- oder Geräteturnen hat sich von einer Randsportart, in den letzten Jahren immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit bewegt, dies wird hinlänglich an den steigenden Zuschauerzahlen und dem Zufluss an neuen Mitgliedern in den Turnvereinen deutlich. So ist es auch nicht verwunderlich, dass immer wieder pünktlich zu den Olympischen Spielen genauer hingeschaut wird, wie das Turnen definiert ist. Allgemein lässt sich sagen, dass die meisten Übungen im Turnen, viel Arbeit in Form von Training, Willen, Disziplin, Koordination und auch ein Quäntchen Mut erfordern. Nicht umsonst wird vor allem der Turnmehrkampf bei den Olympischen Spielen, als eine der größten sportlichen Herausforderungen angesehen, da hier von den Athleten viele verschiedene Fähigkeiten gefordert werden, um einen guten und fehlerfreien Wettkampf abliefern zu können. Neben dem Mehrkampf finden bei den Olympischen Spielen, aber auch zu jeder Einzeldisziplin ein Endkampf mit Medaillenvergabe statt. Bei den Männern stehen sechs verschiedene Geräte (Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck) zur Auswahl, die Frauen müssen sich hingegen mit vier Geräten (Boden, Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken) begnügen.

Boden (Frauen/Männer) wird auf einer Turnfläche von 12 mal 12 Metern ausgeführt. Dabei versucht der Athlet in einem Programm von etwa einer Minute, so viele Übungen und Schwierigkeiten einzubauen, wie es ihm möglich ist. Die Bodenübung gehört in der Regel zu den spektakulärsten Übungen im Kunstturnen, da in den meisten Programmen doppelte und dreifache Überschläge vorhanden sind.

Das Pauschenpferd oder Seitpferd (Männer) gehört zu den schwierigsten Übungen im Turnwettkampf, dies liegt daran, dass schon minimale Unterschiede in der Handstellung mit in die Wertung einfließen. Während einer Kür ist der Athlet verpflichtet, auf allen drei Bereichen des Pauschenpferd Übungen durchzuführen. Wichtig bei der Durchführung der Übung auf dem Pferd ist, dass der Körper durchgehend in Kreisform in Bewegung ist, sowie dass nur die Hände das Turngerät berühren dürfen.

Die Ringe (Männer) befinden sich in einer Höhe von 2,75 Meter mit einem Abstand von 50 Zentimetern. Wichtigster Faktor um eine gute Übung an den Ringen durchführen zu können ist die Kraft, da Kraftelemente und Schwungübungen dominierend sind. Besonders interessant ist die Entwicklung an den Ringen, so müssen heute im Spitzenbereich die Übungen so aufgebaut werden, dass schwierige Kraftübungen ineinander übergehen.

Die Disziplin Sprung (Frauen/Männer) unterscheidet sich bei der Ausführungen der Männer und Frauen dadurch, dass die Frauen das Hindernis quer und die Männer das Hindernis längs überqueren müssen. Bei der Bewertung des Sprungs kommt zum einen der Schwierigkeitsgrad des ausgewählten Sprungs und zum anderen die Ausführung zum Zug.

Beim Barren (Männer) handelt es sich um zwei 3,50 Meter lange Holme, die in einer Höhe von 1,95 Meter parallel zueinander stehen. Bei der Ausführung einer Übung auf dem Barren, darf nur maximal dreimal die Bewegung unterbrochen werden. Besonders im letzten Jahrzehnt haben sich die Übungen am Barren enorm erweitert und an Schwierigkeit gewonnen.

Das Reck (Männer) ist eine 2,40 Meter lange und in einer Höhe von 2,55 Meter angebrachte elastische Stange. Besonders aufgrund seiner vielen Flugelemente und schnellen Bewegungen gehört das Reck zu den spektakulärsten Übungen im Kunstturnen.

Der Schwebebalken (Frauen) ist mit seiner Länge von etwa 5 Meter, ein auf 1,2 Meter angebrachter Balken. Gerade einmal 10 Zentimeter breit, werden auf dem Schwebebalken von den Frauen verschiedenste Turnübungen durchgeführt.

Der Stufenbarren (Frauen) besteht aus zwei Holmen, die auf 1,66 Meter und 2,46 angebracht sind. Während der Übung wechselt die Athletin zwischen den beiden Holmen und führt diverse Flugelemente durch, die von der Ausführung denen am Reck ähneln.

Vor allem die Vielfalt an unterschiedlichen Geräten, verbunden mit unzähligen Möglichkeiten eine Übung durchzuführen, machen den olympischen Turnwettkampf zu einer spannenden Angelegenheit.

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