Schwimmen

Vielen bekannten Sportarten liegen in ihrem Ursprung Fähigkeiten zu Grunde, die von den Menschen der Vorzeit im täglichen Kampf um Sicherheit und Nahrung eingesetzt wurden. Die Nähe vieler Regionen zu Flüssen, Seen und Meeren und das Bedürfnis nach körperlicher Hygiene sorgten schon früh dafür, dass Menschen erlernten, sich im Wasser zu bewegen. Bereits 3000 Jahre vor Christus verfügten die Ägypter über eine Hieroglyphe, die das Schwimmen darstellte, während Archäologen im heutigen Irak ein Steinfries um 869 vor Christus entdeckten, auf dem ein Schwimmer zu sehen ist, der mit einer Tierblase und einem Schnorchel ausgerüstet ist. Obwohl die gezielte Bewegung durch das Wasser im antiken Griechenland, vorrangig als Therapieform gegen verschiedene gesundheitliche Leiden, bekannt und beliebt war, fand die sportliche Disziplin keine Aufnahme in die Olympischen Spiele der Antike. Der überlieferte Kommentar zu einem unbegabten Schüler lautet “Er kann weder schwimmen noch lesen” und zeigt an, dass die Befähigung zur geschickten Bewegung durch das Wasser damals als bedeutend angesehen wurde.

Erst mit Einführung der neuzeitlichen Spiele im Jahre 1896 erlangte das Schwimmen den Rang einer olympischen Disziplin. Damals wurden insgesamt drei Wettbewerbe über jeweils 100, 500 und 1.200 Meter durchgeführt, die im Freistil absolviert werden mussten. Hierbei war der Wettkampf über 100 Meter den Matrosen vorbehalten. Ausgetragen wurden die Schwimmwettbewerbe in der Bucht von Piräus. In der unmittelbaren Folge wurde bereits am 19. Juli 1908 in London die FINA (Fédération Internationale de Natation Amateur) als weltweiter Dachverband der Schwimmer gegründet.

Heute stellt das Schwimmen einen zentralen Bestandteil der Olympischen Wettkämpfe dar. Unterschieden wird hierbei zwischen den Stilarten Freistil, Rückenschwimmen, Brustschwimmen und Schmetterlingsstil. Ergänzt wird das sportliche Programm durch die Mischdisziplin des Lagenschwimmens, bei dem verschiedene Schwimmstile miteinander kombiniert werden. Neben Einzelwettkämpfen werden in den Bereichen Freistil und Lagenschwimmen auch Mannschaftskämpfe in Form von Staffeln ausgetragen. Die aktuellste Entwicklung besteht in der Aufnahme der 10 Kilometer Langstrecke ab 2008, die im Freistil absolviert wird.

Der Freistil
Obwohl der Sportler im Freistil jeden beliebigen Schwimmstil wählen darf, hat sich hier aufgrund der überzeugenden Geschwindigkeit das Kraulen durchgesetzt. Der Schwimmer erreicht hierbei Geschwindigkeiten von bis zu 7,85 Kilometern pro Stunde. Im Rahmen der olympischen Spiele treten sowohl Männer als auch Frauen in den Wettbewerben 50, 100, 200 und 400 Meter an. Auch die neue Langstrecke von 10 Kilometern wird von beiden Geschlechtern absolviert, während Frauen zusätzlich mit 800, Männer mit 1.500 Metern Freistil antreten. Im Rahmen der Mannschaftswettbewerbe werden Strecken von 4 mal 100 und 4 mal 200 Meter als Staffel ausgetragen.

Die Körperhaltung des Schwimmers erfolgt hierbei parallel zur Wasseroberfläche, während die Arme abwechselnd nach unten durch das Wasser gezogen werden. Hierbei weisen die Handrücken nach oben. Zur Bewegung der Arme aus dem Wasser heraus werden die Ellbogen angewinkelt. Begleitet wird der Schwimmstil durch eine Paddelbewegung der Beine. Zum Einatmen wird der Kopf des Schwimmers leicht aus dem Wasser heraus gedreht, während das Ausatmen unter Wasser geschieht.

Das Rückenschwimmen
Seit der Austragung der Olympischen Spiele im Jahre 1900 in Paris gehört auch das Rückenschwimmen zu den anerkannten Disziplinen der Wettkämpfe. Hierbei werden Geschwindigkeiten von bis zu 6,8 Kilometern pro Stunde erreicht. Männer und Frauen treten hierbei auf Strecken von 100 und 200 Metern gegeneinander an. Zusätzlich kommt der Stil auch im Rahmen der Lagenwettbewerbe zum Einsatz.

Die Technik des Rückenschwimmens ähnelt dem Kraulen, mit dem Unterschied, dass hierbei der Rücken der Wasserfläche zugewandt ist. Kreisförmige Armbewegungen, die um die Längsachse des Körpers durchgeführt werden, verleihen dem Stil seine hohe Geschwindigkeit.

Das Brustschwimmen
Das Brustschwimmen stellt die älteste bekannte Form der Fortbewegung im Wasser dar, wurde allerdings für Männer erst im Jahre 1908 und für Frauen ab 1924 als olympische Disziplin zugelassen. Die Athleten erreichen hierbei eine Geschwindigkeit von bis zu 6,09 Kilometern pro Stunde. Der Stil wird auf den preußischen Ministerpräsidenten und Kriegsminister Ernst Heinrich Adolf von Pfuel zurück geführt, der im Jahre 1810 in Prag die erste militärische Schwimmschule der Welt gründete. Das Brustschwimmen wird innerhalb der Olympischen Spiele als Wettkampf über 100 und 200 Meter ausgeübt.

Der Athlet nimmt hierzu eine gestreckte Körperhaltung ein und bewegt sich parallel zur Wasseroberfläche. Gleichzeitig werden Arme und Beine ausgestreckt und angezogen. Das Strecken der Arme erfolgt mit den Handflächen nach unten, wobei während des Anziehens die Arme seitlich vom Körper bewegt werden. Das Anziehen der Beine wird mit nach außen gedrehten Knien und Füßen durchgeführt. In der ausgestreckten Phase wird der Kopf zum Einatmen oberhalb der Wasseroberfläche gehalten. Ausgeatmet wird dagegen in der angezogenen Phase unter Wasser.

Der Schmetterlingsstil
Als jüngste Schwimmdisziplin hat sich der Schmetterlingsstil, der auch Butterfly oder Delphin genannt wird, unmittelbar aus dem Brustschwimmen entwickelt. Seit 1956 in Melbourne als Olympischer Stil zugelassen, erreichen Schwimmer hierbei Geschwindigkeiten von bis zu 7,14 Kilometern pro Stunde. Wettbewerbe im Schmetterlingsstil werden über Distanzen von 100 und 200 Metern ausgetragen.

Seine Bezeichnung verdankt der Schwimmstil der Bewegung von Armen und Beinen, die an den Flügelschlag des Schmetterlings erinnern. Über Wasser werden beide Arme gleichzeitig nach vorne bewegt und anschließend unter der Wasseroberfläche nach hinten geführt. Begleitet wird dies von einer raschen Bewegung der Beine, die abwechselnd auf- und abwärts erfolgt. Die Hüfte des Schwimmers führt hierbei hebende und senkende Bewegungen aus.

Das Lagenschwimmen
Eine Sonderdisziplin innerhalb der Olympischen Wettkämpfe stellt das Lagenschwimmen dar. Hierbei handelt es sich um eine Art von Mehrkampf, da die Athleten, nach einem festgelegten System, mehrfach den Schwimmstil wechseln müssen. Zum Einsatz kommen hierbei das Rückenschwimmen, der Schmetterlingsstil, das Brustschwimmen und der Freistil. Eingeführt wurde die vielseitige Disziplin im Rahmen der Olympischen Spiele in Tokio im Jahre 1964. Neben den beschriebenen Einzelwettbewerben werden im Rahmen der Olympischen Spiele auch Mannschaftswettbewerbe im Lagenschwimmen ausgetragen. Diese erfolgen in Form von Staffeln von 4 mal 100 Metern.

Bei den Olympischen Spielen 2008 treten einige vielversprechende Schwimmer für das Deutsche Team an, darunter Britta Steffen, Helge Meeuw und Christin Zenner.

Disziplinen

Sportler

Sonstiges

jump
basketball
volleyball
hockey