Judo

Die Vorläuferformen des Judo dienten früher der Selbstverteidigung, man betrieb eine japanische Kampfsportart ohne Waffen. Judo im ursprünglichen Sinne beschreibt das Gewinnen durch Nachgabe.
Die Vorsilbe “Ju” steht für das Nachgeben, im philosophischen Vergleich wird der Weidenbaum zitiert, dessen Zweige sich unter der Last des Schnees geschmeidig biegen anstatt starr und unnachgiebig zu bleiben und zu brechen.
Das, was sich im Laufe der Geschichte aus den Vorformen dieser Selbstverteidigung entwickelt hat und wir heute als “Judo” bezeichnen, bedeutet ins Deutsche übersetzt “der sanfte Weg”.
Diese Bezeichnung betrifft bei den Budokas nicht nur die Wettkämpfe, die trotz aller Sanftheit sehr ehrgeizig und sportlich bestritten werden, sondern gilt für die ganze Lebenseinstellung, die sich im Grunde genommen schon als Lebensphilosophie bezeichnen lässt.
Die europäische Judo-Union gibt es bereits seit 1932, die erste Judo-Europameisterschaft über fünf Gewichtsklassen wurde schon 1934 in Dresden ausgetragen.
Leider wurde Judo als Sportart 1945 von den Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg verboten, aber 1952 wurde dann doch das deutsche Dan-Kollegium gegründet, der Sport hatte einfach schon zu viele Anhänger gefunden, um einfach so in Vergessenheit zu geraten.
Mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist nun mittlerweile der 1956 von Heinrich Frantzen gegründete deutsche Judo-Bund.
Zum ersten Mal bei den olympischen Spielen in Tokio im Jahre 1964 präsentierte sich Judo dann endlich als voll akzeptierte Sportvariante im Wettkampfsport; anfangs des 20. Jahrhunderts wurden die Vorläuferformen des Judos für den Wettkampf insoweit angepasst, das alle gefährlichen Techniken entfernt wurden. Was blieb, waren Würfe, Hebeltechniken sowie verschiedene Halte- und Würgetechniken.
Seitdem ist der Siegeszug des Judosports unaufhaltsam.
Der höfliche Sport in den weißen Kampfanzügen und bunten Gürteln, die über den Könnerstatus des Trägers durch die jeweilige Farbe Auskunft geben, findet immer mehr Anhänger.
Die Judo-Schulen schossen besonders in den 70er Jahren wie Pilze aus dem Boden, auch Frauen begeisterten sich mehr und mehr für den “sanften Weg”, und entdeckten diese Sportart, die alles andere als brutal ist, für sich.
Die erste Damen-Judomeisterschaft wurde 1970 ausgetragen.
Inzwischen gibt es Weltweit Millionen Budokas, in Vereinen und Organisationen aktiv eingebunden sind.
Judo konnte sich im Laufe der Jahre nun endgültig als voll akzeptierte, anerkannte moderne Wettkampfsportart etablieren, auch wenn vielerorts bei der Kampfsportart von einer Außenseitersportart bei den olympischen Spielen gesprochen wird.

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