Handball
Beobachtet man hochrangige Handballturniere, so fällt es schwer, zu glauben, dass der Handballsport einst für Frauen entwickelt wurde. Denn im Handball gehen die Spieler alles andere als zimperlich miteinander um, Verletzungen und Blessuren sind an der Tagesordnung. Doch gerade die Härte und Dynamik des Handballssports wird bei der Olympiade in Peking wieder Tausende Fans an den Bildschirm locken. Da die Tore beim Handball meistens im Minutentakt fallen, entwickelt sich ein Spiel rasch zum fesselnden Nervenkrieg.
Handball wurde früher ausschließlich im Freien gespielt und trug bis 1927 den Namen „Torball“. Torball sollte eine körperlose, kampffreie Alternative zum raueren, damals ausschließlich von Männern betriebenen Fußball darstellen. Doch die Entwicklung des Handballs strafte diesem frommen Wunsch Lügen. Seinen Freiluftcharakter hatte Handball allerdings noch lange Zeit bewahren können. Erst 1972 wurde aus dem Feldhandball endgültig Hallenhandball und überdies olympische Disziplin. In Europa erfreut sich der schnelle Ballsport, bei dem Strafwürfe vom Siebenmeter-Punkt aus erfolgen und ein Spiel aus zwei Halbzeiten à 30 Minuten besteht, seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Höhepunkt der deutschen Handballbegeisterung bildete vorerst die Weltmeisterschaft 2007, bei der die deutsche Mannschaft in nervenaufreibend spannenden Handball-Krimis schließlich den Titel ergatterte. Im deutschen Raum setzte anschließend ein wahrer Handball-Boom ein; außerhalb Europas wird der Handball jedoch eher stiefmütterlich behandelt. Asien bildet dabei allerdings eine Ausnahme: In Japan und China mausert sich der Handball ebenfalls zu einer populären Sportart; große internationale Erfolge wurden seitens der chinesischen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren aber nicht erzielt. Bei der Olympiade in Peking 2008 findet das Handball-Turnier im Zeitraum vom 9. bis zum 24. August im „National Indoor Stadium“ statt. Dieses Stadion ist in den Olympiapark „Olympic Green“ eingebettet und hat Platz für 19.000 Zuschauer. Es ist damit zu rechnen, dass diese Ränge auch von Einheimischen gut besetzt sein werden. Zwar sind die Chancen der chinesischen Handballer bei den Olympischen Spielen noch nicht abzuschätzen. In China wird jedoch viel Energie und Geld in die Förderung junger Handballtalente investiert. Bei der deutschen Handballmannschaft wird die Europameisterschaft 2008 in Norwegen ein wichtiger Indikator für die zu erwartenden Erfolge bei den olympischen Spielen bilden.



