Fußball

Der Fußball spielt bei den Olympischen Spielen nicht die große Rolle, die er sonst spielt. Das liegt vor allem daran, dass man diese Sportart so reglementiert hat, dass es auf keinen Fall zu einer Konkurrenzveranstaltung zur WM werden sollte. Deshalb wurde nach der erstmaligen Zulassung im Jahre 1908 beschlossen, dass nur lupenreine Amateure am Fußballturnier teilnehmen dürfen. Dann wurde olympischer Fußball nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Politikum. Da die Nationalmannschaften der Ostblockstaaten offiziell als Amateure geführt wurden, dominierten sie eindeutig den olympischen Fußball und gewannen so von 1952 bis 1988 sämtliche Goldmedaillen - nur 1984 nicht.
Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass in den europäischen und südamerikanischen Ländern das Interesse am olympischen Fußball praktisch auf Null gesunken ist.
Jetzt begann die Zeit der großen Experimente, denn FIFA und UEFA waren mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich. So beschloss man, dass man den Amateurstatus abschaffte, aber nur Spieler teilnehmen durften, die noch nicht bei der offiziellen FIFA-WM spielten. Doch auch diese Regelung führte nicht zum gewünschten Erfolg. Deshalb experimentierte man weiter, und heute gilt, dass Profis bis zum 23. Lebensjahr spielen dürfen.
Die Teilnahmebedingungen am olympischen Fußballturnier sind deshalb auch heute noch umstritten, denn Grundlage zum Beispiel für die europäischen Mannschaften ist das Abschneiden bei der U21-Europameisterschaft und einer anschließenden Qualifikations-Vorrunde mit 16 Mannschaften und einer weiteren Play-off-Runde.
In den anderen Kontinenten wird die Vorrunde nach völlig anderen Kriterien gespielt. Es herrscht keine einheitliche Qualifizierungsrichtlinie, im Gegensatz zur FIFA-WM. Festgelegt ist jedoch die Teilnehmerzahl der jeweiligen Kontinente. Für die Olympischen Spiele 2008 in Bejing werden 15 Mannschaften zuzüglich der chinesischen Nationalmannschaft, die fest qualifiziert ist, auflaufen. Zu den Chinesen kommen jedoch noch weitere drei asiatische Länder dazu. Europa wird durch fünf Länder vertreten sein und Afrika nur mit drei Mannschaften. Nord- und Mittelamerika haben Anspruch auf zwei Teilnehmer, den Rest teilen sich Ozeanien und Südamerika.
Ob dies alles zur Aufwertung des olympischen Fußballs beiträgt, ist mehr als fraglich. Da bei den Frauen, die seit 1996 ihr eigenes Turnier haben, ebenfalls diese Kriterien gelten, ist auch hier keine Steigerung des Zuschauer-Interesses zu erwarten. Das ist für die Männer und Frauen bedauerlich, denn bereits in den Qualifikationsrunden sah man Fußballspiele auf hohem Niveau.

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