Boxen
Der Boxsport gehört zu den publikumsträchtigsten und vor allem finanzstärksten Sportarten der Welt. Grundprinzip des Boxens ist der Faustkampf zweier Kontrahenten aus der gleichen Gewichtsklasse.
Historisch belegt sind sportliche Faustkämpfe seit etwa 5.000 Jahren. Heute folgt der Boxsport den 1867 entwickelten so genannten Queensberry-Regeln, die unter anderem das Tragen von Handschuhen und einen Boxring vorschreiben. Sportart der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde Boxen 1904. Endgültig ins Weltinteresse gelangte der Boxsport in den 1930er Jahren durch die Erfolge des Deutschen Max Schmeling und in den 1960er und 70er Jahren durch die Kämpfe des Amerikaners Muhammad Ali.
Der Boxkampf findet in einem quadratischen Boxring mit einer Standardkantenlänge von 20 Fuß oder 6,1 Metern statt, der von elastischen Seilen begrenzt ist. Olympische Boxwettkämpfe folgen den vom Weltverband des Amateurboxsport AIBA festgelegten Regeln, verlaufen über vier Runden zu jeweils zwei Minuten und werden von drei einminütigen Pausen durchbrochen. Der Kampf steht unter der Leitung eines Ringrichters. Für die Kampfwertung sind fünf Punktrichter zuständig.
Über den Sieg entscheidet die Anzahl von Treffern, wobei ein Schlag als Treffer gewertet wird, wenn dessen Gültigkeit mindestens drei Punktrichter per Computerinput innerhalb einer Sekunde bestätigen. Sieger ist, wer nach Ablauf der vierten Runde die meisten Treffer auf dem Körper des Gegners landen konnte. Geht einer der Boxer durch einen Treffer zu Boden, wird der Kampf durch Knockout (k.o.) beendet, wenn es dem Getroffenen nicht gelingt, sich innerhalb von zehn Sekunden wieder zu erheben und weiter zu kämpfen. Weitere Möglichkeiten der Kampfbeendigung sind unter anderem die Disqualifikation, die Kampfaufgabe eines Boxers, der Abbruch wegen Verletzung oder das Erreichen eines 20-Trefferpunktevorsprungs innerhalb der ersten drei Runden. Im Gegensatz zum Profiboxen sehen die Amateur- und damit die olympischen Regeln das Tragen von Schutzhelmen vor.
An den olympischen Boxwettbewerben dürfen ausschließlich Amateursportler teilnehmen. Boxen ist eine der wenigen Sportarten, in denen bis heute kein olympischer Frauenwettkampf stattfindet.



